Software von einem Anbieter kaufen oder eine eigene IT-Lösung entwickeln? / Sudo Null IT-Nachrichten

Fertige Software zu kaufen oder selbst zu entwickeln, ist eines der drängendsten Themen für Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung. Die Entscheidung hängt in der Regel von der Höhe der Ressourcen ab, die das Unternehmen bereit ist, in dieses Geschäft zu investieren, vom Zeitpunkt der Aufgabe, den Besonderheiten der Unternehmensführung und den Unternehmenskompetenzen, die es besitzt.

Auf die Frage, was schneller und billiger wird, gibt es keine einheitliche Antwort: Jeder der Wege birgt eine Vielzahl von Fallstricken und Faktoren, die das Endergebnis beeinflussen. Wichtig ist eine sinnvolle Kombination unter Berücksichtigung der externen und internen Kontexte. In diesem Artikel werden wir diskutieren, wie Sie dies erreichen können.

Bauen – für groß und innovativ

Russische Manager der alten Schule denken oft, dass ihre Prozesse einzigartig sind, es schwierig und teuer ist, etwas an ihnen zu ändern, es ist einfacher, das System an die Prozesse anzupassen. So beginnen Versuche, „einen Igel auf einen Ball zu ziehen“, ein IT-Produkt stark an die internen Prozesse eines Unternehmens anzupassen, und dieser Weg endet selten mit Erfolg.

Und da kommt es vor, dass ein junger, tatkräftiger, leicht versierter IT-Manager sagt: „Das kannst du alles selbst machen, jetzt stellen wir einen Programmierer ein oder rekrutieren eine Abteilung, richten agile Prozesse ein und machen unsere eigenen.“ Eine solche Entscheidung kann auch darauf zurückzuführen sein, dass das Unternehmen keinen geeigneten Anbieter gefunden hat oder der Wunsch gestiegen ist, alles zu kontrollieren. Oft passiert dies im Bankensektor, wo sie sich auch sehr um Daten kümmern – das Unternehmen ist nicht bereit, sie in Cloud-Dienste hochzuladen und mit Partnern zu teilen. Aber auch hier lassen sich Build-Lösungen erfolgreich mit Marktlösungen kombinieren.

Build ist für große Konzerne relevant, wo große Budgets vorhanden sind und der Wunsch besteht, eigene zu entwickeln, um sie später zu kommerzialisieren. Ein erfolgreiches Beispiel für die Umsetzung dieses Ansatzes ist die Sberbank mit ihrem Sbertech. Für die Fintech- und Telekommunikationsbranche ist es sinnvoll, in die interne Entwicklung zu investieren, da diese Organisationen bereits über beträchtliche IT-Expertise verfügen. Aber KamAZ, das seine Technologie zur Zustandsüberwachung entwickelt hat, konnte sein Produkt nicht kommerzialisieren. Denn Entwicklung ist im Maschinenbau keine Unternehmenskompetenz, während die Arbeit moderner Banken vollständig auf IT-Technologien basiert.

Build eignet sich für innovative Unternehmen, für die IT eine der Richtungen einer langfristigen Entwicklungsstrategie ist. Gleichzeitig ist es wichtig, das Verhältnis von zu lösenden Aufgaben und aufgewendeten Ressourcen richtig zu berechnen. So hat beispielsweise Severstal ein großes Entwicklungsteam zusammengestellt, das fast alles macht: Produktionsprozesse optimiert, Hypothesen auf Verbesserungen testet. Aber ein solcher Weg kann kaum als erfolgreich bezeichnet werden, wenn es unverhältnismäßig mehr Schwierigkeiten gibt, als die Menge an internen Ressourcen, um sie zu lösen.

Vorteile der Entwicklung Ihrer eigenen Software

  • Das Fehlen der Kette „Kunde-Lieferant-Integrator“. Dies ist in Fällen wichtig, in denen ein Unternehmen oft schnell neue Funktionen implementieren muss – es bleibt keine Zeit, um mit dem Anbieter zu interagieren und zusätzliche Vereinbarungen zu treffen.

  • Aufbewahrung vertraulicher Daten innerhalb des Unternehmens.

  • Lösungen werden auf spezifische Unternehmensprozesse zugeschnitten – das ist wichtig, wenn IT eine der Unternehmenskompetenzen der Organisation ist.

Welche Herausforderungen und Risiken sind mit diesem Ansatz verbunden?

  • Der für das Kerngeschäft des Unternehmens ungewöhnliche Aufbau von Expertise kann viel Zeit und Ressourcen in Anspruch nehmen.

  • Bei der Entwicklung einer Lösung für die Bedürfnisse des Unternehmens werden in der Regel zunächst interne Bedürfnisse und Prinzipien berücksichtigt und wichtige Trends in der Entwicklung der gesamten Branche übersehen.

  • Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit mit der Unternehmenskultur des Hauptgeschäfts: Die Organisation der Arbeit von IT-Spezialisten ist oft mit der Einführung bestimmter Vorschriften, flexibler Methoden und anderer Ansätze verbunden, die möglicherweise nicht charakteristisch für die traditionelle Art des Unternehmens sind – zum Beispiel , in der Industrie.

  • Das Finden der besten Lösung kann zusätzliche Ressourcen und Zeit zum Experimentieren erfordern, was sich nicht immer auszahlt.

Kaufen – für Bereiche, in denen Effizienz die Grundlage der Wettbewerbsfähigkeit ist

Eine Alternative zur eigenen Entwicklung ist eine fertige Lösung, bei der die durch internationale Standards und Branchenerfahrung bestätigten Best Practices in die „Box“ eingenäht sind. Die Barriere kann sein, dass das Unternehmen in diesem Fall Geschäftsprozesse und Organisationsstruktur ändern, die Arbeit von Abteilungen optimieren und möglicherweise sogar Personal abbauen muss. Das Unternehmen kann sich solchen Änderungen widersetzen.

Dennoch ist der Kauf von Software von der Stange die sinnvollste Lösung im Maschinenbau, in der Lebensmittelindustrie, in der Öl- und Gasindustrie, im Bergbau und in anderen Branchen, in denen technische Prozesse an Geräte gebunden sind. IT ist hier keine Unternehmenskompetenz, sondern die Geschwindigkeit und Effizienz von Prozessen hängen davon ab – Einhaltung der Produktqualität, Produktivität, Time-to-Market. Markt-IT-Lösungen für solche Unternehmen sind eine Art Benchmark für die Best Practices der Branche: Sie werden unter Berücksichtigung von Schlüsselanforderungen und Erfahrungen aus einem Wettbewerbsumfeld entwickelt.

Vorteile beim Kauf fertiger Software

  • Erhebliche Einsparungen bei der Entwicklungszeit.

  • Schlüsselfertige Lösungen liegen in der Regel im Trend der Branche und basieren auf aktuellem Branchen-Know-how und sind somit flexibel. Im Laufe der Zeit können solche Systeme schnell an neue Marktherausforderungen angepasst werden, während die interne Entwicklung oft auf die Bedürfnisse des Unternehmens im Moment „geschärft“ wird.

  • Beim Kauf von Marktsoftware kauft ein Unternehmen auch eine Methodik – wie man sie in Geschäftsprozesse integriert und dadurch optimiert. Marktprodukte helfen Unternehmen, besser zu werden – sie zeigen mögliche Wachstumsfelder auf, weil sie die Bedürfnisse und Anforderungen des Marktes widerspiegeln. Es gibt verschiedene Klassen von IT-Systemen: ERP – Enterprise Resource Management, WMS – Warehouse Management, SCADA – Versandsteuerung und Gerätedatenerfassung, BPM – Business Process Management und so weiter. Zusammen bilden sie eine gewisse Hierarchie, die es Ihnen ermöglicht, ein Industrieunternehmen flexibel zu führen. Bei “Boxed” -Lösungen wird dies in der Regel berücksichtigt. Der Versuch, alles selbst in einem System umzusetzen, kann zu einer sogenannten „Gusseisenbrücke“ führen.

  • Auch wenn die Lösung an die Anforderungen des Unternehmens „verbessert“ werden muss, ist es eine sinnvolle Investition in Partnerschaft mit einem Anbieter, der seine Produkte verbessert und an der Spitze der technologischen Entwicklung steht.

  • Expertenansatz bei der Entwicklung: Fertige IT-Lösungen erfüllen alle Anforderungen an Domänenexpertise und -prüfung, Updates erfolgen zeitnah – die Systeme arbeiten stabil, was für alle Branchen wichtig ist.

  • Erfahrung in der Implementierung einer IT-Lösung, die sich in Zukunft bei größeren Herausforderungen sicherlich als nützlich erweisen wird. Dies ist sowohl für das Management als auch für die Mitarbeiter des Unternehmens ein wichtiger Schritt und eine Erfahrung, die bei der Planung und Umsetzung einer weiteren Strategie zur digitalen Transformation von großer Bedeutung sein wird.

  • Technischer und Service-Support sowie die Zusammenarbeit mit einem kompetenten IT-Partner, der Ihnen hilft, den weiteren Weg der digitalen Transformation des Unternehmens kompetent zu gestalten.

  • Fertige Lösungen können die Time-to-Market deutlich verkürzen. Beispielsweise sprach das Metallurgie- und Bergbauunternehmen EVRAZ auf Habré darüber, wie es Predictive Analytics in seiner Produktion in neun Monaten implementiert hat. Nach unseren Berechnungen würde die fertige F5-PMM-Lösung von Factory5 dieses Problem in nicht mehr als drei Monaten lösen.

Schwierigkeiten und Risiken beim Kauf von Standardsoftware

  • Mögliche Kosten der Lösung. Wenn das Unternehmen über ein eigenes Entwicklungsteam verfügt, kann das Lösen einfacher Probleme in Eigenregie schneller und kostengünstiger sein.

  • Schwierigkeiten bei der Auswahl eines Anbieters. Manchmal sind die Aufgaben und Prozesse eines Unternehmens so spezifisch, dass es am Markt keine fertigen Lösungen gibt.

  • Die Notwendigkeit zur Feinabstimmung bestehender Lösungen, deren Zeit möglicherweise nicht den Erwartungen des Kunden entspricht.

  • Herstellersperre – Abhängigkeit vom Softwarehersteller.

Wie trifft man eine Entscheidung?

Laut dem Forschungsunternehmen Gartner hängt die Herangehensweise von Unternehmen an Softwarekäufe von vier Hauptfaktoren ab: der Einstellung des Unternehmens gegenüber neuen Technologien, der Bereitschaft des Managements zu Veränderungen, dem Grad der Vertrautheit mit dem Entwicklungsteam und der Dringlichkeit, eine Entscheidung zu treffen.

Experten empfehlen gehen von zwei Hauptkriterien aus – Kosten und Chancen. Im ersten Fall müssen die zeitlichen und finanziellen Kosten für beide Optionen kalkuliert werden – die Erstellung der perfekten Software von Grund auf neu und der Kauf einer Software, die die meisten Anforderungen des Unternehmens erfüllt. Ebenso wichtig ist es, die Kosten für die Aufrechterhaltung jeder Option über die nächsten fünf Jahre zu berechnen. Wenn es beispielsweise einen Monat dauert, ein neues SaaS-Produkt zu kaufen und zu implementieren, aber ein Jahr, um es selbst zu entwickeln, kann es den Anschein haben, dass der Kauf weniger Zeit in Anspruch nimmt. Aber gleichzeitig ist es wichtig zu verstehen, ob sich das gekaufte Produkt über einen langen Zeitraum an die sich ändernden Bedürfnisse des Unternehmens anpassen kann?

Wenn wir über die Möglichkeiten sprechen, muss zunächst bestimmt werden, welche Funktionalität das ideale Softwareprodukt für das Unternehmen erfüllen soll. Als nächstes müssen Sie den Markt studieren und herausfinden, ob es ein Produkt gibt, das all diese Anforderungen erfüllen kann. Wenn nicht, ist das interne Team in der Lage, ein solches Produkt zu entwickeln, oder ist es besser, das Projekt auszulagern?

Bei der Wahl zwischen Build and Buy sollten Sie von den unternehmerischen Kompetenzen des Unternehmens ausgehen – fokussieren Sie sich auf das, was Sie vom Wettbewerb abhebt. Eine kundenspezifische Entwicklung in diesem Teil ist gerechtfertigt. Alles, was schnell gehen muss, bei dem man nicht mit anderen konkurrieren muss, kauft man besser auf dem Markt. So können Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren und Kosten kompetent optimieren. Sparen Sie Zeit und Ressourcen dort, wo Einzigartigkeit und Spezifität nicht erforderlich sind, indem Sie diese Bereiche ausgereiften Technologien anvertrauen, die auf den Best Practices der Branche basieren.

Bei der Auswahl von Kaufen ist es wichtig, auf die Art der Architektur zu achten, die der Anbieter verwendet. Wenn es offen ist, hat das Kundenunternehmen keine kritische Verbindung zum Anbieter – bei Bedarf ist es möglich, die Lösung an einen anderen Partner zur Unterstützung zu übertragen oder sie selbst zu modifizieren. Übrigens verwenden wir in Factory5 eine offene Architektur.

In Bezug auf vertrauliche Daten gibt es zwei Lösungen – Managed Cloud und On-Premise. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich Kunden häufiger für On-Premise entscheiden – ein Softwarepaket, das der Kunde auf seinen Servern bereitstellt, selbst wartet und verwaltet. Diese Option bietet zusätzliche Sicherheit für Unternehmensdaten.

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